Wir leben UhrmachereiFAQ

Von Bundessieger und Uhrmachermeister Robin Israel, Handgefertigtes Tourbillon, Fachausbilder der Meisterschule

Häufige Fragen


Passt meine Anfrage?

Wir betreiben keinen Ersatzteilhandel und beschaffen keine Einzelteile zum Weiterverkauf. Im Rahmen eines Reparaturauftrags können wir benötigte Teile nach Möglichkeit beschaffen und montieren. Gelegentlich geben wir überschüssige Lagerbestände über eBay ab.

Hilfreich sind die Marke, das Modell, eine Beschreibung des Problems und scharfe Fotos der Uhr. Falls bekannt, nennen Sie bitte auch Referenznummer, Alter und letzte Wartung. Teilen Sie uns mit, welche Arbeiten Sie wünschen und welche Teile oder Gebrauchsspuren erhalten bleiben sollen. Bitte öffnen Sie die Uhr dafür nicht selbst.

Kosten und Auftrag

Fotos und Ihre Beschreibung helfen bei einer ersten Einschätzung. Ein verlässlicher Preis hängt aber vom tatsächlichen Zustand, dem Teilebedarf und den gewünschten Arbeiten ab. Dafür müssen wir die Uhr untersuchen. Unsere Preisliste gibt eine erste Orientierung.

Preisliste

Der Arbeitsaufwand richtet sich nach Konstruktion, Zustand und Teilebedarf der Uhr. Auch eine Uhr mit geringem Marktwert kann eine aufwendige Reparatur benötigen. Ob sich die Arbeiten für Sie lohnen, hängt deshalb auch davon ab, welchen persönlichen Wert die Uhr für Sie hat und wie Sie sie künftig nutzen möchten.

Kostenvoranschläge beginnen bei 50 Euro für Armbanduhren und bei 125 Euro für Großuhren. In besonderen Fällen können höhere Kosten nötig sein.

Wir gehen bei der Erstellung des Kostenvoranschlags sehr sorgfältig vor. Zusätzliche Befunde, die den vereinbarten Reparaturumfang ändern, sind daher selten. Dennoch kann es vorkommen, dass einzelne Schäden erst nach einer Teilzerlegung oder Reinigung erkennbar werden. In diesem Fall erläutern wir Ihnen den Befund und stimmen die weiteren Arbeiten mit Ihnen ab.

Dauer und Rückmeldungen

Gute Arbeit braucht Zeit, und unsere Auftragsbücher sind gut gefüllt. Ihren Kostenvoranschlag erhalten Sie erfahrungsgemäß innerhalb von 1–3 Wochen nach Eingang der Uhr. Nach Ihrer Freigabe dauert eine Feinrevision bei einer Speedmaster meist 1–3 Wochen, bei anderen Uhren aktuell 4–8 Wochen. Der Zeitraum hängt von der Uhr, dem Arbeitsumfang und der Ersatzteilversorgung ab. Aufwendige Restaurierungen können erheblich länger dauern als eine übliche Wartung. Bitte nennen Sie besondere Terminwünsche schon bei der Anfrage.

Wenn Sie einen Auftragszugang von uns erhalten haben, können Sie dort den Bearbeitungsstand einsehen. Wenn Ihnen der Zugang fehlt oder Sie eine Frage zum Auftrag haben, schreiben Sie uns bitte unter Angabe Ihrer Auftragsnummer, sofern bereits vorhanden.

Abgabe und Versand

Wir können eine Abholung bei Ihnen organisieren. Dafür benötigen wir Ihre Adresse, eine Telefonnummer für den Kurier und Ihren gewünschten Abholtag. Nach Abstimmung erhalten Sie das Versandetikett per E-Mail. Bitte nennen Sie auch den Zeitwert der Uhr, damit die passende Versandart vereinbart werden kann. Uhren mit einem Wert über 10.000 Euro nehmen wir gern persönlich in Oppenheim entgegen oder vereinbaren mit Ihnen einen gesondert versicherten Versand. Sprechen Sie uns dafür bitte vor dem Versand an.

Zum Versand

Bitte verpacken Sie die Uhr gut geschützt in einem stabilen Paket. Idealerweise liegen die Paketmaße unter 30 × 25 × 20 cm und das Gesamtgewicht unter 1 kg. Größere oder schwerere Pakete können höhere Versandkosten verursachen; bitte stimmen Sie diese vor der Buchung mit uns ab. Falls Ihnen geeignetes Verpackungsmaterial fehlt, sprechen Sie uns bitte an.

Zum Versand

Ein Rückversand ist nach Absprache möglich. Standardmäßig können Sie einen Zustelltag von Montag bis Freitag auswählen. Als Rücksendeadresse kommen neben Ihrer eigenen Adresse auch Ihr Arbeitgeber, Freunde oder Familie sowie ein UPS Access Point infrage. Bitte teilen Sie uns die gewünschte Lieferadresse und den passenden Zustelltag mit, damit die Sendung angenommen werden kann. Wir stimmen die Versandart und die Kosten mit Ihnen ab; die konkrete Zustellung hängt anschließend auch vom Transportdienst ab.

Reparatur und Umgang mit der Uhr

Eine Teilreparatur ist möglich, wenn sie technisch sinnvoll ist und der übrige Zustand der Uhr dazu passt. Bei starkem Verschleiß, Verschmutzung oder weiteren Schäden kann eine einzelne Maßnahme das Problem nicht zuverlässig lösen. Dann empfehlen wir eine vollständige Überholung. Was bei Ihrer Uhr sinnvoll ist, beurteilen wir nach der Untersuchung.

In vielen Reparaturbetrieben ist es gängige Praxis, Wartungsarbeiten mit minimalem Aufwand durchzuführen. Oft werden Uhren lediglich soweit "repariert", dass sie gerade wieder laufen und die gesetzlich vorgeschriebene Mindestgewährleistungszeit von einem Jahr erfüllen. Unser Ansatz zur Überholung eines Uhrwerks hingegen hebt sich stark von dieser allgemeinen Methode ab. Wir nennen unseren Prozess daher "Feinrevision".

Die Feinrevision unterscheidet sich in mehreren Punkten von einer normalen Revision. Wir überholen das Uhrwerk nach den traditionellen Qualitätsstandards der "Haute Horlogerie" – der feinen Uhrmacherkunst – die ihre Wurzeln in renommierten Regionen wie Genf hat. Unser Qualitätsanspruch übertrifft damit deutlich die Mindestanforderungen der modernen Uhrenindustrie und die oftmals gesunkenen Standards auf dem Markt.

Unsere Feinrevisionen werden so durchgeführt, dass das Uhrwerk so lange wie möglich zuverlässig läuft. Von der Demontage bis zur Endkontrolle haben wir dafür spezielle Prozesse etabliert.

Einige Merkmale unserer Feinrevision sind:

  • die vollständige Epilamisierung des Uhrwerks mit Ausnahme weniger Bauteile,
  • eine intensive Vorreinigung von Hand,
  • ein speziell programmierter, intensiver Reinigungsprozess in der hochmodernen Reinigungsmaschine mit sechs Bädern und Ultraschall,
  • die systematische Erneuerung der Antriebsfeder,
  • die Regulierung in sechs Lagen,
  • der ausschließliche Einsatz vollsynthetischer Uhrenöle und -fette,
  • eine detaillierte Endkontrolle sowie die besonders sorgfältige und gewissenhafte Ausführung aller weiteren Arbeitsschritte.

Daher können wir auch eine Gewährleistung von mindestens zwei Jahren bieten.

Unsere Methode

Bitte sagen Sie uns vor Beginn, was Ihnen besonders wichtig ist. Eine technische Revision bedeutet nicht automatisch eine optische Aufarbeitung. Zifferblatt und Zeiger wechseln wir nur auf ausdrücklichen Wunsch. Bei technisch nötigen Teilen wie Krone, Drückern oder Glas hängt die Empfehlung von Zustand, Funktion und dem vereinbarten Erhaltungsziel ab.

Eine erhebliche Verbesserung des gegebenen Zustands ist oft möglich. Das erreichbare Ergebnis hängt vom Material, von früheren Bearbeitungen und vom Ausmaß der Schäden ab. Bei vielen Gehäusen lassen sich Macken aufbauen und ursprüngliche Flächen und Kanten wiederherstellen. Wo eine Bearbeitung zu viel Material kosten oder kein überzeugendes Ergebnis ermöglichen würde, besprechen wir die Grenzen mit Ihnen. Ein perfektes Ergebnis lässt sich deshalb nicht für jede Uhr versprechen.

Eine Revision macht eine alte Uhr nicht automatisch zu einer Schwimm- oder Taucheruhr. Entscheidend sind ihre Konstruktion, der Zustand der Dichtflächen und das Ergebnis der Prüfung. Bei wertvollen alten Uhren empfehlen wir, absichtlichen Wasserkontakt zu vermeiden. Die konkrete Eignung besprechen wir für Ihre Uhr.

Nicht jede Gangabweichung lässt sich durch Nachregulieren beheben. Neben der Regulierung kommen beispielsweise ein unzureichender Aufzug, eine Störung der Automatik oder Verschleiß infrage. Beschreiben Sie bitte, wie die Uhr getragen wird und wann der Fehler auftritt. Für eine sichere Beurteilung kann eine Prüfung der Uhr nötig sein.

Kunststoffgläser sind vergleichsweise bruchfest, können aber leichter verkratzen. Feine Kratzer lassen sich häufig mit Polywatch für Kunststoffgläser auspolieren. Polywatch können Sie auch bei uns kaufen. Ob Polieren sinnvoll ist oder ein Ersatz nötig wird, hängt vom Material und Zustand des Glases ab.

In jeder Uhr ist etwas Luft eingeschlossen, und diese Luft enthält Wasserdampf. Wie viel Wasserdampf als Gas bestehen bleibt, hängt von der Temperatur ab. Kühlt eine Fläche unter den sogenannten Taupunkt ab, schlägt sich ein Teil des Dampfs als feiner Beschlag darauf nieder. Das ist derselbe Vorgang wie bei einer Brille, die beschlägt, wenn man aus der Kälte in einen warmen Raum kommt.

In der Uhr ist das Glas dabei meist die kälteste Fläche. Es grenzt direkt an die Umgebung, während der Boden am warmen Handgelenk liegt.

Typische Situationen:

  • Sie gehen im Winter aus der warmen Wohnung in die Kälte.
  • Die Uhr war in der Sonne oder am Handgelenk warm und kommt plötzlich mit kaltem Wasser in Berührung.
  • Sie kommen aus der Hitze in einen stark klimatisierten Raum.

Ein Zahlenbeispiel: Bei 30 °C und 60 % relativer Luftfeuchte liegt der Taupunkt bei etwa 21 °C. Wird das Glas kälter als 21 °C, beschlägt es von innen.

Warum das in Ordnung ist: Die Wassermenge im Gehäuse ist winzig, nur einige millionstel Gramm. Sobald die Uhr wieder warm wird, verdunstet der Beschlag, in der Regel innerhalb weniger Minuten.

Der Dampf war schon vorher im Gehäuse, die Uhr ist also nicht undicht. Dichtungen halten flüssiges Wasser ab, Wasserdampf wandert aber in winzigen Mengen langsam durch das Dichtungsmaterial.

Wann Sie die Uhr prüfen lassen sollten:

  • Der Beschlag verschwindet nicht innerhalb ca. einer Stunde.
  • Er kommt schon bei kleinen Temperaturunterschieden wieder.
  • Sie sehen Tropfen oder Wasser unter dem Glas.

Dann kann flüssiges Wasser eingedrungen sein. Bringen Sie die Uhr bitte sofort zu uns, denn Wasser greift Werk und Zifferblatt schnell an. Legen Sie die Uhr bis dahin nicht auf die Heizung.

Tipp: Legen Sie die Uhr vor Sauna und heißem Duschen ab. Wärme und Dampf lassen mehr Feuchtigkeit ins Gehäuse wandern.