Mein Weg zur Uhrmacherei
Die Faszination für Uhren begleitet mich seit meiner Kindheit. Mein Vater hat sie in mir geweckt. Trotzdem führte mein Weg zunächst an die Universität Mainz, zum Studium der Physik der Atmosphäre. Das Lernen machte mir Freude; zugleich wurde mir immer deutlicher, dass ich Uhrmacher werden wollte.
Ich entschied mich für die Uhrmacherei und zog nach Pforzheim, um an der N.G. Hayek Watchmaking School das Handwerk zu lernen. Dort fand ich die Verbindung aus theoretischer Mechanik und feiner Handarbeit, die ich gesucht hatte. Schon im ersten Lehrjahr entstand meine erste Tischuhr. Im dritten Lehrjahr beschäftigte ich mich mit der Konstruktion und dem Bau eines fliegenden Tourbillons.
2012 schloss ich meine Ausbildung als Bundessieger ab. Neben dem deutschen Gesellenbrief erwarb ich das WOSTEP-Zertifikat. Es folgten die Arbeit bei Omega, die eigene Werkstatt und der Meistertitel. Der Wunsch, eigene Uhren zu bauen und Wissen weiterzugeben, ist seitdem ein fester Teil meiner Arbeit geblieben.
Stationen
- 1983: Geboren; aufgewachsen in Oppenheim.
- 2003: Abitur. Danach Wehrdienst bei den Fallschirmjägern und Studium der Physik der Atmosphäre in Mainz.
- 2012: Abschluss der Uhrmacherausbildung an der N.G. Hayek Watchmaking School in Pforzheim; Bundessieger im Uhrmacherhandwerk und WOSTEP-Abschluss. Erstes handgefertigtes fliegendes Tourbillon.
- Weitere frühe Berufsstationen: Praktikum im Musterbau bei Glashütte Original und Tätigkeit in der Chronographenabteilung von Omega.
- 2014: Eröffnung der eigenen Werkstatt in Oppenheim am 1. Februar.
- 2015: Abschluss der Meisterausbildung an der Hessischen Uhrmacherschule; seit Oktober Uhrmachermeister.
- Lehre und Nachwuchs: Fachkundeunterricht im Meisterkurs der Hessischen Uhrmacherschule und Ausbildung in der eigenen Werkstatt.
- Seit 2023: Vorsitzender des Fördervereins der Hessischen Uhrmacherschule.
- 2025: Der in meiner Werkstatt ausgebildete Yannik Weber wird als III. Bundessieger im Uhrmacherhandwerk ausgezeichnet.
- 2025–2026: Ausbau der eigenen Fertigung zur Manufaktur. Seit Sommer 2026 entstehen Uhrenteile auf der Primacon PFM 24 NGD in meiner Werkstatt.
Was mich geprägt hat
Ausbildung in Pforzheim
An der N.G. Hayek Watchmaking School lernte ich die Grundlagen, auf denen meine Arbeit bis heute aufbaut. Zur Ausbildung gehörten neben der Reparatur mechanischer Uhren auch die Arbeit an Chronographen, das Herstellen von Unruhspiralen und das Drehen feinster Uhrenteile. Der zusätzliche WOSTEP-Abschluss vertiefte die Anforderungen an die Arbeit an hochwertigen mechanischen Uhren.
Der Schule bin ich für dieses Fundament sehr dankbar. Sie hat mir das handwerkliche und theoretische Rüstzeug gegeben, mich an eigene Konstruktionen zu wagen.
Qualifikationen und Urkunden ansehen
Musterbau und Chronographen
Ein Praktikum im Musterbau bei Glashütte Original gehörte zu meinen frühen Erfahrungen in der Uhrenfertigung. Nach der Ausbildung arbeitete ich in der Chronographenabteilung von Omega. Dort reparierte ich Chronographen unterschiedlicher Altersklassen und weitere Omega-Kaliber.
Die Arbeit an diesen Werken hat mein Interesse an Chronographen weiter vertieft. Ihre Mechanismen begegnen mir heute bei Reparaturen, Restaurierungen und eigenen Konstruktionsideen.
Eine eigene Werkstatt in Oppenheim
Am 1. Februar 2014 eröffnete ich meine Werkstatt in meiner Heimatstadt Oppenheim. Von Anfang an lag der Schwerpunkt auf der Reparatur von Uhren. Mit den Aufgaben wuchsen die Werkstatt, ihre Ausstattung und die Möglichkeiten, beschädigte oder fehlende Teile selbst herzustellen.
Komplexe Reparaturen und Restaurierungen sind dabei eine fortlaufende Schule: Sie zeigen, welche Konstruktionen sich bewähren, wo Verschleiß entsteht und welche Anforderungen ein Ersatzteil erfüllen muss. Diese Erfahrungen fließen auch in meine eigenen Uhren ein.
Ausgewählte Arbeiten
Mein erstes Tourbillon – 2012

Mein erstes fliegendes Tourbillon entstand 2012. Die Konstruktion und die Fertigung von Hand stellten mich vor eine Aufgabe, deren Ausgang am Anfang keineswegs sicher war. Viele kleine Bauteile mussten einzeln gefertigt und so aufeinander abgestimmt werden, dass schließlich ein funktionierender Mechanismus entstand.
Dieses Projekt hat meinen weiteren Weg geprägt. Seither begleitet mich der Wunsch, eigene komplizierte Uhren zu bauen. Den Entstehungsprozess habe ich in einem ausführlichen Artikel festgehalten.
Die Entstehung des Tourbillons
Reparatur und Restaurierung

Ein Schwerpunkt meiner Arbeit sind mechanische Uhren, bei denen Erfahrung, Fehlersuche und die Anfertigung einzelner Teile zusammenkommen. Dazu gehören Chronographen ebenso wie aufwendige Restaurierungen, etwa die Arbeit an einer Invicta-Minutenrepetition mit Chronograph.
In meinen Werkstattberichten zeige ich den Weg durch solche Arbeiten: vom geöffneten Uhrwerk über die einzelnen Arbeitsschritte bis zu den technischen Zusammenhängen. Die Berichte geben einen Einblick in das, was hinter einer fertigen Reparatur steckt.
Der Weg zur eigenen Manufaktur

Eigene Uhren zu bauen bedeutete für mich auch, die Möglichkeiten zur Fertigung ihrer Teile zu schaffen. Über Jahre beschäftigte ich mich mit Konstruktion, CNC-Bearbeitung, Maschinen und Zulieferern. Schließlich fand ich eine Primacon PFM 24 NGD, die zu den Anforderungen meiner Werkstatt passte.
Die Maschine in die Werkstatt zu bringen, war ein eigenes Projekt: Über eine Tonne Gewicht, enge Durchgänge und ein Transport, bei dem es stellenweise um Zentimeter ging. Danach folgten Umbauten, eine neue Druckluftversorgung und die Einarbeitung in die Heidenhain-Steuerung. Seit Sommer 2026 fertige ich damit hochpräzise Uhrenteile.
Den Anfang meiner eigenen Uhren macht das Vision-Tourbillon als limitierte Founders Edition. Es knüpft an mein erstes Tourbillon von 2012 an. Weitere Konstruktionen und Ideen entwickeln sich daraus weiter.
Wissen weitergeben
Meisterschule und Ausbildung
2015 schloss ich meine Meisterausbildung an der Hessischen Uhrmacherschule ab. Der Schule blieb ich anschließend verbunden: als Dozent für Fachkunde im Meisterkurs und seit 2023 als Vorsitzender ihres Fördervereins.
Auch in meiner Werkstatt gehört die Ausbildung dazu. Yannik Weber, der hier ausgebildet wurde, erhielt 2025 die Auszeichnung als III. Bundessieger im Uhrmacherhandwerk. Die zugehörige Urkunde finden Sie bei unseren Qualifikationsnachweisen.
Ich möchte, dass das Wissen und die Fähigkeiten unseres Handwerks erhalten bleiben und weitergegeben werden. Dafür braucht es Menschen, die lernen, Fragen stellen, selbst ausprobieren und später ihrerseits ausbilden. Dazu möchte ich mit meiner Arbeit beitragen.
Fachartikel und Einblicke
In meinem Blog dokumentiere ich Reparaturen, Restaurierungen und eigene Projekte. Manche Beiträge führen Schritt für Schritt durch eine Arbeit, andere beschäftigen sich ausführlich mit einem Uhrwerk oder einem technischen Detail.
Die Artikel richten sich an Uhrenfreunde und an Kollegen, die genauer hinsehen möchten. Bilder und Erläuterungen sollen nachvollziehbar machen, was im Inneren einer Uhr geschieht und welche Arbeit ihre Erhaltung erfordert.
Kontakt
Sie haben eine Frage zu einer Uhr, interessieren sich für ein eigenes Projekt oder möchten sich fachlich austauschen? Schreiben Sie mir gern. Für Reparaturanfragen hilft eine kurze Beschreibung der Uhr und des Anliegens; vorhandene Fotos können Sie Ihrer E-Mail beifügen.
Robin Israel
Uhrmachermeister · R.I.O. Uhrenwerkstätte
Mainzer Str. 46
55276 Oppenheim
Persönlicher Kontakt und Manufaktur
robin.israel@uhrenkunde.de
Werkstatt und Reparaturen
werkstatt@uhrenkunde.de
06133 9382998
WhatsApp 01579 2316708
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